#85, März 2004

 

EIN KÜNSTLER AUF DER SUCHE NACH EINER ANDEREN MUSIK
1. Teil: Jean Dubuffets «Musique phénoménale» und «Expériences musicales»
VON ANDREAS WAGNER

Die Position des Malers Jean Dubuffet (1901-1985) ist eine allen ausdrucksfähigen Materialien gegenüber offene. Ihm wurde die Musik zur «Utopie einer vierten Dimension», die er zusammen mit dem dänischen Künstler Asger Jorn (1914-1973) erforschte. Ihre Suche galt einer von der abendländischen Tradition unberührten Kunstdimension, wie der musikalisch nicht konventionell «gebildete» Dubuffet sie für sich im Bereich der Musik erblickte.

SILENCE INTERDIT DANS LE CLOAQUE DU MONDE
Portrait d'une passion multiforme, longtemps irrévélée : R. Murray Schafer
par JEAN-NOËL VON DER WEID

Artiste et chercheur aux talents multiples, le Canadien R(aymond) Murray Schafer a composé des œuvres monumentales, écrit des ouvrages fondamentaux sur les « sonosphères » du monde, fondé le Projet mondial d'environnement sonore, inventé le terme « schizophonie ». Il porte une oreille des plus fines et des plus attentives à la société humaine contemporaine

ADIEU BüRGERMUSIK!
Aspekte der Fluxus-Geschichte und der Fluxus-Musik
VON STEFAN FRICKE

«Das Wichtigste an Fluxus ist», so Robert Watts, «dass niemand weiss, was es ist [...]. Es soll wenigstens etwas geben, das die Experten nicht verstehen.» Fluxus ist eine lange Geschichte mit vielen Knoten und als historisches wie ästhetisches Gesamtphänomen vielfältig, inkonsequent, verworren, inhomogen – eine der spannendsten Musikgeschichten des vergangenen Jahrhunderts.

ROMPRE LE SILENCE
Entretien avec George Benjamin
PAR ÉRIC DENUT

En avant-première d'un livre, le « génie » de la musique britannique revient sur ses dix dernières années de création, de « Sudden » Time au récent « Palimpsest ». Il évoque les principes fondateurs de ses travaux: la volonté de pousser le temps à l'intérieur de l'harmonie, la production d'une image sonore « la plus vaste possible », l'introduction du hasard dans le rythme harmoniques des accords.

Schweizer KomponistInnen

«GESETZMÄSSIGKEIT UND LAUNE...»
Musik aus dem Menschen- und Maschinengeist – Der Basler Komponist Alex Buess

VON ANDREAS FATTON

«Was mich an der Maschine interessiert», sagt Alex Buess, «ist ihre Verbindung von Gesetzmässigkeit und Launenhaftigkeit.» In Buess' Musik sind Mensch und Maschine zwar aneinander gekoppelt, aber nicht restlos wechselseitig bestimmt. Es bleibt ein unbestimmbarer Rest: Die Launenhaftigkeit und Gereiztheit, mit der Mensch und Instrumentarium aufeinander reagieren. Gerne schöpft Buess' oft schallintensive Musik aus dieser prekären Quelle.
KLEINE LAUDATIO FÜR ROBERT SUTER
VON ROLAND MOSER

Beim 104. Tonkünstlerfest wurde Robert Suter, der am 30. Januar 2004 seinen 85. Geburtstag feierte, die Ehrenmitgliedschaft des STV zuteil.
Roland Moser berichtet vom Hören der Musik Suters und warnt vor voreiligen Erklärungsversuchen.



Berichte:

– Köln: «Pianorama» in der Reihe «Musik der Zeit» des WDR
– Basel: Konzerte zu Robert Suters 85. Geburtstag
– Boswil: Kompositionsseminar 2003
– Zürich: Patrick Franks «Sein / Nichts» in der Shedhalle (Rote Fabrik)
– Schaffhausen: Max Reger-Fest
– Berlin: Das Fetival UltraSchall präsentiert «gute neue Musik»
– Lyon : création de l'opéra « Les Nègres » de Michaël Levinas