Dissonance

Leoš Janáček-Gesellschaft nach 42 Jahren aufgelöst

Die Leoš Janáček-Gesellschaft, die sich für die Verbreitung der Werke des mährischen Komponisten eingesetzt hat, wird auf Ende 2011 aufgelöst . Sie zählte 135 Mitglieder in Europa und den USA, davon 60 in der Schweiz.

Die Gesellschaft wurde vor 42 Jahren in Zürich gegründet, um die nach den Augustereignissen 1968 abgebrochenen Kontakte zur Musikszene der Tschechoslowakei wieder herzustellen. So hat sie Janáček-Kenner in Ost und West vernetzen und in Zusammenarbeit mit der englischen Dvořák Society ihren Aktionskreis vergrössern können. Der erste Janáček-Kongress ausserhalb der Tschechoslowakei konnte erst im Jahre 1988 in St. Louis (USA) durchgeführt werden!

Janáček muss heute nicht mehr speziell beworben werden, seine Werke werden weltweit gespielt, vor allem seinen Opern gilt heute grosses Interesse. Dazu kommt, dass der Informationsaustausch heute über das Internet abgewickelt wird und die jüngere Generation deshalb keine Notwendigkeit mehr sieht, einer Komponistengesellschaft beizutreten.

Bestehende Mitgliedschaften laufen auf Ende 2011 aus, der Name der Gesellschaft bleibt jedoch vorläufig bestehen, da die Webseite www.leos-janacek.org vom bisherigen Präsidenten der Gesellschaft, Jakob Knaus, weiter betreut wird.

Das umfangreiche Archiv-Material wird zu gegebener Zeit mit einem Schenkungsvertrag an das Janáček-Archiv im Mährischen Landesmuseum in Brünn überstellt.

(30. November 2011, Leoš Janáček-Gesellschaft / red.)
 
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by moxi