Seit 1999 prägt Michael Haefliger als Intendant das Lucerne Festival. Wie Hubert Achermann, Stiftungsratspräsident des Lucerne Festivals, gegenüber der Presse mitteilen liess, wurde der Vertrag Haefligers im Dezember 2011 um weitere fünf Jahre bis Ende 2016 verlängert.
Der Rückblick auf die zwölf bisherigen Jahre von Haefliger Intendanz zeigt ein geschärftes Festivalprofil einerseits, ökonomische Prosperität anderseits: Mit Claudio Abbado wurde das Lucerne Festival Orchestra gegründet, mit Pierre Boulez die Lucerne Festival Academy, verschiedene Ausprägungen zeitgenössischer Musik haben sich im Festivalprogramm erfolgreich etabliert (hauptsächlich innerhalb der Reihe «Moderne», für die Dramaturg Mark Sattler verantwortlich ist). Die Auslandsresidenzen des Lucerne Festival Orchestra und der Lucerne Festival Academy haben den internationalen Bekanntheitsgrad des Festivals gesteigert, dementsprechend hat sich der Anteil ausländischer Besucher seit 1999 von 7% auf 19% erheblich entwickelt. Das Festivalbudget wuchs während dieser Zeit von 14 auf 26 Millionen Schweizer Franken, wobei der Einnahmenanteil aus dem Sponsoring von 4 auf 8,5 Millionen Schweizer Franken verdoppelt werden konnte.
Ziel sei es, unter der Leitung von Michael Haefliger bis 2016 die internationale Ausstrahlung weiterzuentwickeln, den Bereich der Kinder- und Jugendprogramme auszubauen und das soziale Engagement zu stärken. Zudem soll der Bereich Musiktheater eine wichtige Rolle spielen. Mit anderen Worten: Der «status quo» wird für gut befunden und soll bestehen bleiben. Am ehesten sind Neuerungen wohl im Bereich des Musiktheaters zu erwarten: Nach dem Schiffbruch der «salle modulable» dürften neue Konzepte entwickelt werden, wie das Lucerne Festival die Glamour-Versprechen des Musiktheaters für sich erschliessen kann.
www.lucernefestival.ch
(Tobias Rothfahl, 21. Dezember 2011)
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